„Gutscheine“ oder „Der Grad der Verzweiflung“

Letztes Jahr wurde ich vor meinem Geburtstag gefragt, ob ich mir denn etwas Bestimmtes wünsche. Nun ja …

Nach reiflicher Überlegung und in Anbetracht meiner gesundheitlichen Situation und des sich daraus erschließenden Sportprogramms habe ich mir einen Gutschein für einen Sportbekleidungsladen gewünscht. Da ich ja bisserl kurz geraten bin, kann ich nicht sagen: ich brauche dies und das. Ich muss es anprobieren. Mein Wunsch wurde berücksichtigt, ich bekam ein Plastikkärtchen mit einem kleinen Bonus drauf.

Eigentlich mag ich ja diese Dinger weniger, weil die draufgebuchte runde Summe passt meist nie mit den Preisen in den Läden zusammen. Und da ich schon aufs Geld achte, bleibt meist noch etwas auf den Karten drauf.

Im Frühjahr war es dann soweit. Ich hab gestöbert im Online-Shop. Es gibt ja nicht nur Sportklamotten, praktisch und universell einsetzbar ist mir am liebsten. Und zack … war der Warenkorb voll. Bereits zwei Tage später durfte ich das Paket öffnen. Die Modenschau begann recht lustig. Zu lang, zu eng, zu weit, zu kurz. Resultat 1: Nur ein einziges Shirt blieb hier, der Rest trat den Rückweg an. Resultat 2: Der Gutschein kann nur komplett eingelöst werden und ist noch in voller Höhe da. Also ab mit ihm an die Pinnwand, da vergesse ich es nicht.

Dachte ich.

Da wir noch Urlaub haben und ich auch in der kommenden Woche, wollte ich mit Töchterchen in besagten Sportladen shoppen fahren. Dazu brauche ich den Gutschein. Und wo ist er? An der Pinnwand. Dachte ich zumindest.

Ich hab jetzt zwei Tage nach dem Ding gesucht. Alles, was ich seit dem Frühjahr in den Händen hatte, hab ich auf den Kopf gestellt. Ordner durchgeblättert, ob er da irgendwo zwischengerutscht ist, Möbel gerückt, ob er vielleicht von der Pinnwand hinter den Schreibtisch gefallen ist, diverse Kästchen durchsucht, ob ich vielleicht statt der Pinnwand in geistiger Umnachtung … Fragen Sie nicht! Die Verzweiflung wurde immer größer. Immerhin war da schon etwas mehr als 5 € auf dem Gutschein und grad in der jetzigen Situation, wo wir jeden Cent umdrehen müssen, ist das mehr als ärgerlich.

Ja, ich gestehe: Der Gutschein sollte herhalten für die Sportausrüstung der Kids im neuen Schuljahr. Aber das nur mal so nebenbei.

Ich suchte also. Wie eine Blöde. Mit Wut auf mich, weil ich mich nicht erinnern konnte und weil ich meine Schlampigkeit diesbezüglich hasse. Und gab vorhin auf, weil ich wirklich nicht mehr wusste, wo ich noch suchen sollte.

Zum Abreagieren hab ich mir den Briefkastenschlüssel geschnappt und bin erstmal aus dem Haus. Briefkasten auf. Und wie es der Zufall will: Einen Sale-Gutschein von diesem Sportladen. Mir entfuhr ein höhnisches Lachen, fast teuflisch. Die Wut auf mich brach erneut durch. Ich schwankte zwischen Gutscheinvernichtung per Reißwolf und Pinnwand. Vielleicht war die Pinnwand gar nicht so schlecht, vielleicht kann man ja wenigstens damit punkten, auch wenns nur bis zu 50 % waren. Also Magnet und ran an die Pinnwand mit dem Ding. So wie das Ding dran war, klatschte es gleich wieder ab und fiel samt Magnet runter. Also wieder Möbel rücken, Gutscheinkarte hervorfummeln. Doch wo war der Magnet? Ich habe ihn gefunden. Samt einem zweitem Magneten und … der Gutscheinplastikkarte vom Geburtstag. In so einem Minischlitz hinterm PC.

Nun, was soll ich sagen … in einem liederlichen Haushalt kommt nix weg. 😛

 

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Kategorien: Alltagsgebabbel | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „„Gutscheine“ oder „Der Grad der Verzweiflung“

  1. Hinterm PC…
    Dazu sage ich besser nix.

    Ach doch, ich kann es mir nicht verkneifen.
    Immer wenn irgendwas mit ’nem PC zu tun hat, kann es nur Ärger bedeuten. 😛

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