Monatsarchiv: April 2017

Frohe Ostern

Es gibt ja Tage im Leben, da sind die Erinnerungen an die eigene Kindheit klarer als sonst.

So auch am Ostersonntag.

Als Kind im Alter zwischen 10 und 14 war ich Osterwasser holen. Ihr kennt diesen Brauch?

Man stellt sich den Wecker auf 5 Uhr (oder 6 Uhr, muss ja nicht auf die Minute genau sein), steht auf, zieht sich an, nimmt seinen Krug und geht in den Wald, frisches Quellwasser holen. Mit dem Quellwasser wäscht man sich dann, um die Schönheit zu erhalten. Das wichtigste allerdings daran ist: Man darf nicht sprechen. Erst nach dem morgentlichen Waschen mit dem Quellwasser darf man das erste Wort von sich geben.

Es war für uns Kinder ein Spaß, morgens sich nur mit Gestik zu verständigen: Beeil dich, wir wollen los! An welche Quelle geht’s diesmal? Pass auf, im Graben ist Wasser!

Wie oft wäre fast ein Wort über die Lippen gegangen, und wenn es nur ein „autsch“ war. Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie meine damalige Freundin einmal mit einem „Moin“ aus dem Haus kam.

Tja, was ist passiert? Sie hat kein Osterwasser geholt. In ihrem Krug hatte sie Plapperwasser. 😁

Ja, wer schwatzt, bringt Plapperwasser nach Hause.

Wenn ich heute daran zurückdenke, wie oft haben wir um diese Uhrzeit die Tiere des Waldes gesehen. Rehe auf der Wiese am Waldsee, Wildschweine, die erschrocken aus dem Unterholz kamen. Nicht ungefährlich. Aber daran haben wir nie gedacht. Wir sind zu viert, manchmal nur zu zweit, kilometerweit in den Busch, vom Wege ab, durchs Unterholz und dichten Tann, nur um an die Quelle zu kommen, die am Hang lag und der Krug unter deren Rinnsal passte.

Und meist haben wir Mädels uns gleich Gesicht und Hände an der Quelle gewaschen. Wegen der Schönheit.

Und vielleicht war grad dieser Osterbrauch der Grund, warum ich heute immernoch keine Schminke nutze(n muss). 😛

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Sendepause

Es ist mal wieder soweit. Ich bin auf Twitter offline. Mal sehen, wie lange ich diesmal durchhalte. Ich hoffe ganz lange. Denn diesmal bin ich wirklich pappensatt.

Denn wenn ich diesmal nicht rechtzeitig ins #twoff gegangen wäre, wäre ein sarkastisches „Nehmt euch ein Zimmer und vögelt da“ noch das harmloseste gewesen. Es brodelt schon ne ganze Weile in mir. Da möchte ich am liebsten mal reinen Wein einschenken, was das Verhalten mancher Follower betrifft. Denn ich frage mich echt: Macht ihr sowas im realen Leben auch mit euren Freunden? Habt ihr eigentlich reale Freunde? Manchmal kann ich das kaum glauben.

Und da ich heute wieder Extrasystolen hatte, wenn ich mich über schmierige oder Jammertweets aufgeregt hab, gehe ich lieber ins Off.

Mit der Option: Accountlöschung möglich

Es gibt Wichtigeres im Leben.

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Dumpfbacken

Ein arbeitsreiches Wochenende liegt hinter uns. Und ich merkte es heute Morgen schon, dass mein Rücken zum Streikversuch ansetzte. Da ich aber heute meinen ersten offiziellen Arbeitstag hatte, kam mir nicht im Traum in den Sinn, darauf zu reagieren. Denn ich kenne mich. Irgendwann gibt der Rücken seine Jammerei auf und fügt sich seinem Schicksal und somit der Besserung. 😉

Und trotzdem hatte ich heute im Büro mal ne schwache Minute. Zur Entspannung hab ich das Heizkörperthermostat auf die 4 gedreht und meinen Allerwertesten durchglühen lassen. Und ausgerechnet da kam der Kollege der Poststelle rein. Eigentlich ein ganz netter, doch heute scheinbar auf Krawall gebürstet.

„Was ist denn mit dir los?“

„Mir ist kalt und der Rücken schmerzt.“

„Wieso das denn?“

„Bauwochenende, wir haben das ganze Wochenende gerackt.“

„Wir? Du? Hast keinen Mann, der das macht?“

„Doch, aber solche Projekte machen wir immer als Team. Hab dir doch schon mal erzählt, dass der Holde und ich ein perfektes Team sind.“

„Versteh ich nicht.“

Nun ja. Ich kann’s schon verstehen. Vor allem, dass seine Frau das Weite gesucht hat. 😂

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