Rückblick nach 3 Wochen

Und damit gibts auch gleich den Rückblick auf den Klinikaufenthalt.

Ich bin ja nun schon wieder 3 Wochen zu Hause. Mache jeden Tag meine Sporteinheit zum Aufbau der Rückenmuskulatur. Klar, BBP ist natürlich auch dabei. Was nützt mir ein stabiler Rücken, wenns an Bauch, Beine und Po wabbelt. Es dauert zwar, aber es wird.

Meine Hausärztin zumindest war erstaunt, als ich mit dem Abschlussbefund der Klinik bei ihr war. Sie hätte nie gedacht, dass so viel von der Halswirbelsäule kommen kann. Immerhin klagte ich über Schmerzen und Probleme fast im ganzen Körper. Und wir haben alles abklären lassen und es wurde durch die verschiedenen Fachärzte nichts gefunden. Kein Wunder eigentlich, dass ich von den Ärzten als Simulant abestempelt wurde.

  • So hatte ich nicht nur häufig migräneartige Kopfschmerzen, sondern auch Magenschmerzen, hin und wieder Sodbrennen, der Stuhlgang war sehr unregelmäßig und ich hatte mit Blähungen zu kämpfen, obwohl ich nichts Blähendes gegessen hatte.
  • Es wurde Laktoseintoleranz und Sellerieallergie festgestellt, obwohl ich früher nie damit Probleme hatte.
  • Manchmal hatte ich Probleme beim Pinkeln Schmerzen und beim Lachen und Husten Inkontinenz. Der Urologe fand aber nichts, was nach Entzündung aussah und auch mein regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur brachte keinen Erfolg.
  • Dann war die Sache mit dem Myom an der Gebärmutter und die damit verbundenen Schmerzen inkl. den ständig ausartenden Regelblutungen.
  • Ich hatte hin und wieder hohen Blutdruck, Herzrasen und –schmerzen, was auch mit Herzrhythmusstörungen einher ging.
  • Nächtliche Ein- und Durchschlafstörungen waren genauso häufig wie Albträume.
  • Die Ausfallstörungen des rechten Arms inkl. Hand waren ja fast Dauerthema bei mir.
  • Konzentrations-, Seh-, Sprachstörungen kamen öfter vor. Teilweise sogar bis zum Blackout.
  • Und letztendlich der merkwürdige Schwindel, der zur Arbeitsunfähigkeit führte. Und kein Arzt fand die Ursache.

Nach Psychotherapeut und psychosomatischer Klinik hab ich ja dann die Sache selbst in die Hand genommen und mir einen Termin beim Neurochirurgen geholt, der dann auch die Einweisung für die neurologische Klinik schrieb. Und was soll ich dazu sagen? Volltreffer!!!!

Ich glaub, ich hab den besten Doc von ganz Dresden erwischt. Ein ganzheitlicher Arzt, der in Dresden auch seine Privatpraxis hat und in der Klinik als Schmerztherapeut arbeitet. Seine Fragen kamen gezielt präzise. Und da ich mich ja mit meinem Körper auch beschäftigt habe, konnte ich genauso präzise antworten. Es waren regelrechte Fachgespräche, wenn ich bei ihm war. Und dabei kam auch der Unfall vor 21 Jahren auf den Tisch. Ein Sturz. Voll auf die Fresse. Und eine abgeknickte Halswirbelsäule, die hinterher nicht geröntgt wurde, ich durch das Schleudertrauma aber 8 Wochen lang eine Halskrause tragen musste. Er war entsetzt, nahm den Telefonhörer in die Hand und orderte ein Spezialröntgen an. Und das war es dann auch. Es wurde nicht nur in Grundstellung auf dem Tisch geröntgt, sondern auch in Funktionsstellung. Wer dazu mehr erfahren will, der suche mal nach Röntgen nach Sandberg. Genau 3 Stunden später hatte ich meine Diagnose. Instabile Halswirbelsäule im fortgeschrittenen Stadium.

Nach 3 Jahren extremem Schwindel und 21 Jahren ständigen Rückenschmerzen war das für mich eine regelrechte Erlösung. Auch psychisch gesehen. Immerhin belastete mich dieses Simulantengefasel und die Arbeitsunfähigkeit und der Kampf mit dem Arbeitsamt um finanzielle Unterstützung mittlerweile gewaltig.

Ich hatte in der Klinik nicht nur Physiotherapie und Wirbelsäulentraining, sondern auch Osteopathie und Psychotherapie und Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken. Einige kannte ich schon von der Reha in Soltau. Wenn ich mich aber erinnere, wie das dort lief und wie wir das jetzt in der Klinik lernten … ein himmelweiter Unterschied. Erst jetzt habe ich die richtige Technik gelernt. Und ich bin froh darüber.

Jetzt habe ich Physiotherapie, Krankengymnastik, Osteopathie. Bei Bedarf kann ich eine Psychotherapie starten, das ist aber aktuell nicht der Fall. Der Rehasport steht an, der Schwerbehindertenantrag läuft. Nein, schwerbehindert bin ich nicht, aber mit der HWS ist eine Gleichstellung gegeben. Und warum soll ich das nicht nutzen.

Die Alternative zum Sport und Aufbau der Muskulatur ist die Versteifung der ersten drei Halswirbel durch eine OP. Das kann ich immer noch machen lassen, wenn es wieder schlechter wird. Aber das hoffe ich nicht.

Nun kann ich mich voll und ganz auf meine Genesung konzentrieren. Ich bin so froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, in diese Klinik zu gehen. Ich werde nicht wieder vollständig gesund werden und auch auf gewisse sportliche Aktivitäten werde ich wohl ein Leben lang verzichten müssen, da ich die HWS nicht über Gebrauch beanspruchen darf. Aber ich habe eine Chance auf ein neues Leben und die werde ich auf jeden Fall nutzen.

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Kategorien: Im Namen der Gesundheit | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Rückblick nach 3 Wochen

  1. Das ist erschreckend und faszinierend zugleich, das all das von der Halswirbelsäule kommt, bzw. kommen kann.
    Musst Du jetzt, auf dem Weg zur Genesung, vielen Einschränkungen leben, jetzt wo Du die Ursache für Deine Beschwerden kennst?

  2. Mit einigen schon. Ich muss auf den ganzen wilden Sex verzichten. Den Kerlen kann ich nicht mehr heimlich hinterherschauen und wenn ich dir in die Augen schauen will, darf ich nicht mehr den Kopf in den Nacken legen, sondern muss ständig die Fußbank dabei haben.

    😂😂😂😂

    Ich muss wirklich aufpassen, wie ich den Kopf bewege. Kopf in den Nacken ist wirklich zu gefährlich. Und auch seitliche Bewegungen muss ich einschränken. Lange am PC sitzen ist auch nicht mehr drin, deshalb auch beruflich etwas eingeschränkt. Jede Verspannung belastet neu.

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