Tage wie die letzten sind auch das Letzte

Es ist Freitagabend. Xanni und ihr Holder bummeln durch einen kleinen Supermarkt, um den Wochenendeinkauf zu tätigen. Viel brauchen wir nicht, da eine Familienfeier ansteht, bei der es ordentlich zu schmausen gibt. Und am Sonntag ist ja die Tanzgala. Soweit so gut.

Und als ich vor dem Kühlregal stehe und in die oberen Auslagen schau, wird mir schwindelig. Shit, meine HWS spielt mal wieder verrückt. Das ist ja nichts Neues. Also ab zum Holden und … damit fing der Anfang des Endes auch schon an. Nur noch Autoschlüssel schnappen, raus aus dem Laden, über den Parkplatz eiern und rein ins Auto. Ab dann hieß es: Kopf nicht mehr bewegen!

Als der Holde dann kam (und das ging mal erstaunlich schnell), sind wir nur noch heim und ich aufs Sofa. Blutdruck gemessen: Viel zu hoch. Trotz Tee, den meine Tochter sofort für mich machte, wurde es immer schlimmer, sodass nur noch der Notarzt helfen konnte. Und zwar gleich mit Blaulicht und ab ins Krankenhaus. So war das schon mal gar nicht geplant.

Im Krankenhaus ging alles ziemlich schnell. Ich wurde sofort zum HNO-Doc gebracht, der stellte nichts fest. Dafür ließ er mich allein bis zur Tür laufen … so hatte er sich das zumindest gedacht. Aber lauf mal allein, wenn dir schwindelig ist. Er musste mich in den Warteraum führen, wo dann der Holde samt gepackter Reisetasche dazustieß und auch ein Rollischieber nicht lange auf sich warten ließ. Und dann gings ab in die Rettungsleitstelle.

Im Rettungswagen hatte ich ja schon Schwindelmedikament und Anti-Kotzmittel intravenös bekommen. Das ging gleich erstmal so weiter, als ich dort in der Notaufnahme lag. Und dann hieß es: Das ist wohl was Neurologisches, aber eine neurologische Abteilung haben wir nicht. Ich telefonierte dann in Anwesenheit der Ärztin mit einem Neurologen einer anderen Klinik. Immerhin werde ich ab Montag für 3 Wochen in einer (wieder anderen) Klinik stationär aufgenommen. Er sah das ebenso, dass ich neurologische Hilfe brauche.

Ich wurde erstmal stationär aufgenommen, eine Doppler-Sono-Untersuchung wurde angemeldet. Ich hatte diese im Mai schon mal, aber wer weiß, vielleicht finden die ja was.

Dann gings mit einem sehr mysteriösen Bettenschieber durch endlos lange Gänge in den unterirdischen Katakomben der Klinik. Ohne den Holden an meiner Seite hätte ich wohl tierischen Schiss gehabt. Immerhin waren es alles weiße sterile kühle Gänge. Und ich dachte nur: Irgendwo am Ende des Ganges muss der Kühlraum sein, in den ich verfrachtet werde.

Aber dem war nicht so. Auf Station bekam ich ein Einzelzimmer, in dem ich dann das Wochenende fristete. Nix mit Familienfeier. Nix mit Tanzgala.

Und gestern? Die Doppler-Sono brachte natürlich nichts. Dafür kam dann zur Visite die Mutter eines Klassenkameraden unserer Tochter, die auf dieser Station arbeitet, mit rein. Die ganze Bettenplanung war ins Schleudern gekommen. Sie hatten einen Patienten zuviel auf der Station. Und? Ich habs mehr oder weniger angeboten, dass ich entlassen werde. Was will ich auf der Gefäßchirurgie/Kardiologie, wenn ich eigentlich in die Neurologie gehöre. Dass ich dann innerhalb von 15 min aus dem Zimmer und dann 3 h auf den Entlassungsbrief warten musste, damit hatte ich natürlich nicht gerechnet.

Tja, die Warterei in der Klinik bescherte mir natürlich noch eine leckere Migräne von der Art, dass man lieber jetzt als in 5 min sterben möchte. Bis heute morgen gg 1 Uhr hab ich gekämpft um das kleine Bisserl Verstand. Dann ließ es endlich nach.

Ich sag ja: Tage wie die letzten sind auch das Letzte. Brauch ich nicht so schnell wieder.

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Kategorien: Im Namen der Gesundheit | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Tage wie die letzten sind auch das Letzte

  1. Ich schreib jetzt nichts mit gute Besserung. ;o)
    Wenn ich krank werde vor Feiern oder Planungen auf die ich mich gefreut habe ist das immer doppelt schlimm. Rege mich dann immer auf. 😦

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