Ab in den Warenkorb …

Lebensmittel, alkoholfreie Getränke 128,46 Euro
Freizeit, Kino etc. 39,96 Euro
Telefon/Internet 31,96 Euro
Bekleidung 30,40 Euro

Energie 30,24 Euro
Haushaltsgeräte 27,41 Euro
Sonstiges, z.B. Friseur 26,50 Euro
Verkehr 22,78 Euro

Gesundheitspflege 15,55 Euro
Gaststätte 7,16 Euro
Bildung 1,39 Euro
Teuerungsrate 2,19 Euro
Summe: 364,00 Euro

(Auflistung gemopst bei bild.de)

Für so einiges bin ich wohl zu blond.

  • 128,46 € für Lebensmittel, alkoholfreie Getränke
    Ist klar. Kein Ding.
  • 39,96 € für Freizeit, Kino etc.
    Hm, ich dürfte also 6 x im Monat ins Kino? Oder zweimal ins Theater? Oder ne Dauerkarte ins Fitnessstudio? Oder einmal pro Monat Vergnügungspark? Wow, ich brauch dringend Urlaub, um das nutzen zu können.
  • 31,96 € für Telefon/Internet
    Da ist die Flate schon drin, ich kann also den ganzen Tag telefonieren und surfen. Cool! Ich brauch Urlaub. 🙂
  • 30,40 € für Bekleidung
    Oh, dafür müsste ich direkt mal Zeit haben zum Shoppen und Anprobieren. Aber der Betrag ist ok, da ich mir nie so teure Klamotten oder Schuhe kaufe, ist das völlig ausreichend.
  • 30,24 € für Energie
    Joa, da es pro Person ist und wir alle zusammenlegen werden in der Familie, müssen wir nicht unbedingt auf Energiesparlampen umsteigen.
  • 27,41 € für Haushaltsgeräte
    Wenn mein Wasserkocher mal die Hufe hochreißt, bleiben sogar noch 17 € übrig. Doch Moment, wir werden wohl zusammenlegen in der Familie. Den Rest können wir also sparen fürs nächste Haushaltsgerät. Wir sparen also 50 € im Monat pro Erwachsener (Kids mal ausgeschlossen), haben in 3 Monaten das Geld für ne neue Waschmaschine zusammen. Juhu! 🙂
  • 26,50 € für Sonstiges, z.B. Friseur
    Tja, da fällt mir wirklich nur der Friseur ein. Mein Schnitt kostet 20 €, bleiben also 6,50 € für „Sonstiges“ übrig (mit dem ich nichts anzufangen weiß). Hey, das würde bedeuten, dass ich wirklich einmal im Monat zum Friseur gehen kann. Warum hab ich eigentlich immer die Termine aller 8 Wochen?
  • 22,78 € für Verkehr
    Da schieß ich drüber. Zum Tanken brauch ich mehr, aber upps … ich geh ja auch arbeiten. Öffentliche Verkehrsmittel fahren bei uns leider nicht so, dass ich sie nutzen kann. 😦
  • 15,55 € für Gesundheitspflege
    Hm, ich kauf immer die preiswerten Familienpackungen. Da komm ich mit 30 € für ne vierköpfige Familie locker hin.
  • 7,16 € für Gaststätte
    ??? Das heißt, einmal pro Monat wäre auch McDoof drin? Is ja riesig, werd ich gleich den Kids erzählen … nee lieber nicht, die nehmen das wörtlich.
  • 1,39 € für Bildung
    Das find ich gehässig, das ist zu wenig. Ich will doch nicht dumm sterben. Doch … ich überlege grade … ich kann googeln nach Wissenswertem, das kostet mich nichts (nur die 31,96 € für Telefon/Internet). Wofür kann ich denn dann die 1,39 € ausgeben?

Die Teuerungsrate lass ich mal weg. Die verklopp ich, wenn ich Klopapier kaufe. Da ist sie an der richtigen Stelle. 😆

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Kategorien: Durchgeknallt | 7 Kommentare

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7 Gedanken zu „Ab in den Warenkorb …

  1. Schön geschrieben ;-)Pünktlich und passend zum Thema habe ich heute meine Experimentwoche zu Ende gebracht
    Mein Fazit http://www.melvenue.de/die-hartz-iv-familie-tag-7-fazit/09/28/ wird dich wahrscheinlich nicht überraschen 😉

  2. oh, ich sollte evtl. in Hartz IV gehen… mit der Rente wird das ja eh nix

  3. Was ich in solchen „Auflistungen“ immer wieder vermisse und somit diese „Ausgaben“ auch falsch sind, ist die Tatsache das das Ausgaben für Versicherungen, Auto etc. fehlen….

    Zumal diese Ausgaben von Region zu Region auch noch völlig unterschiedlich sind und die Miete auch nicht immer zu 100% vom Amt übernommen wird…. etc. etc.

    Ich beziehe zwar im Moment kein Hatz4, durfte diese Erfahrungen aber vor einigen Jahren selbst einmal durchleben – leider

    • Tja, laut bild.de ist dafür kein Spielraum.
      Ich hatte mich auch schon gewundert, hab mich mal aber an die Auflistung gehalten.
      Ist doch dann irgendwo verständlich, dass dann die Arbeitenden und Arbeitslosen gegeneinander aufgewiegelt werden.
      Ich war noch nie Hartz4-Empfänger, hab aber einige Verwandte und Bekannte, die es leider beziehen müssen (unverschuldet, weil zu alt für den Arbeitsmarkt) bzw. beziehen wollen (zu faul zum Arbeiten … sorry, aber das ist einfach so). Mein Holder ist schon bei einigen Firmen gewesen, die Insolvenz anmelden mussten, dadurch arbeitslos, aber immer wieder nen neuen Job gefunden. Fragt aber nicht, was wir noch an Forderungen bei den insolventen Firmen haben. Gerichtlich tituliert, beim Inso-Verwalter angemeldet und bestätigt … wir warten … und warten … und warten. Außer 36,00 € haben wir nichts von dem vielen Geld gesehen. Werden wir auch nicht mehr.

  4. Eigentlich lese ich doch gerne bei Ihnen 😦
    Aber solche Aufzählungen ala „Hab mal nachgerechnet“ und „Hab mal ne Woche davon gelebt“ kann ich wirklich, wirklich einfach nicht mehr sehen.

    Also mal kurz meine (Ich: wartet auf ihr erstes ALG I, hat ihren Rehaantrag durch und wartet Hufe scharrend darauf endlich aus der Bude rauszukommen.) Meinung zu der Sache:

    Eine erwachsene Person kommt schon irgendwie mit Hartz IV klar. Ich habe bei 42Stunden die Woche 800€ netto gehabt und das kommt (kommt ja noch Miete runter) so grob irgendwie hin. Später mit Krankengeld und jetzt bald ALG I 700€ gehen auch. Irgendwie. Aber viel Sozialleben ist da nicht bei. Da müssen dann Medikamente und Praxisgebühr bezahlt werden, die Monatskarte (Azubi: 52€, regulär: 75€) für die Öffentlichen und Verhütungsmittel (Oder ich setze Kinder in die Welt, aber das ist ja dann auch nicht richtig 😉 ), Weihnachten steht vor der Tür, vielleicht möchte ich mal meine Eltern besuchen und dann geht irgendwas im Haushalt kaputt.

    Das brauche ich Ihnen glaube ich auch gar nicht alles aufzählen – wer behauptet mit dem Geld gut auszukommen, der sollte sich mal ehrlich fragen wo sein Geld denn am Ende des Monats schon wieder geblieben ist.

    Aber: Erwachsene kommen klar. Ein bisschen Erfindungsreichtum und Verzicht und man kann auch mal ins Kino gehen oder so.

    Schwierig wird die Sache mit Kindern, die bekommen nämlich nur 80% des Regelsatzes für Erwachsene. Ist ja auch klar, denn Kinder sind ja kleine Menschen und verbrauchen deswegen weniger (wer den Fehler findet, darf ihn behalten.). Wieviel Geld Kinder verbrauchen muss ja nicht erklärt werden …

    Und deswegen finde ich Hartz IV für Kinder eine Frechheit. Das ist unsere Zukunft. Besonders alleinerziehende Mütter sind einfach gearscht. (Verzeihen sie mir den Ausdruck *g*)

    Und deeeeeeeeeeeeswegen halte ich diese ganzen Berechnungen und „Selbstversuche“ für äusserst (man verzeihe mir erneut) schwachsinnig. Damit hat die Politik nämlich nur erfolgreich eine immer kleiner werdende Mittelschicht gegen eine immer größer werdende „Unterschicht“ ausgespielt und steckt sich und ihrer Lobby das Geld ein. Yay!

    Liebe Grüße,

    Silberaugen

    • Hallo Silberaugen,
      zum einen möchte ich mit dieser Auflistung niemanden angreifen, zum anderen habe ich absichtlich das Detail Hartz IV weggelassen. Ich weiß, dass es schwer ist für Familie mit Kindern. Es sind ja nicht nur die Brötchen, Wurst und Butter zu kaufen. Es gibt genügend Dinge, die in der o.g. Auflistung dieses Quatschblattes nicht unbedingt enthalten sind. Wenn man Kids hat, wirds schon schlechter, grad wenn sie zur Schule gehen. Im Kindergartenalter ists noch erträglich.

      Aber wie Sie (Oder darf ich auch „du“ sagen? Wir sind unter uns Bloggern … also … ich bin Xanni und du, ok? 😉 ) schon selbst aufführst „Ich habe bei 42Stunden die Woche 800€ netto gehabt und das kommt (kommt ja noch Miete runter) so grob irgendwie hin.“ (dein Zitat), hast du selbst gemerkt, wie knapp das ist. Und dabei musst du für 800 € alle sonstigen Ausgaben selbst tragen. Du hast/hattest nicht die Möglichkeit, beim Amt nen Antrag zu stellen. Ich muss für die Landheimfahrten für meine Kinder jeden Monat was beiseite legen, damit es wirklich im Juni noch übrig ist. Ich hab nicht die Möglichkeit, zum Sozialamt zu gehen und zu sagen: meine Kids wollen mitfahren, danke fürs Geld.

      Ich finde grad für die Kids den Regelsatz auch etwas gering. Doch ich sehe auch im Bekannten- und Verwandtenkreis, für was das Geld so ausgegeben wird, und da könnt ich mir echt in den Allerwertesten beißen, dass ich (sorry jetzt mein Ausdruck) so blöd bin und arbeiten gehe: Meine liebe Schwägerin steckt das Geld in Computerspiele, damit der Knirps vor der Glotze hängt und spielt (als 6-jähriger kann er schon sehr gut ballern und töten) und die Dame nicht stört. Die Tochter geht aller 14 Tage zum Nageldesigner und hat dreifach gefärbte Haare (ich muss dazu sagen, dass die Tochter 16 ist und nicht nebenbei jobben geht). Die Waschmaschine ist innerhalb von 4 Jahren die zweite auf Staatskosten. Man zog aus der Großstadt in die Kleinstadt, um dem „Stecher“ näher zu sein. Die Tochter, die früher die Schule um die Ecke hatte, muss jetzt 30 km fahren, ein Schulwechsel kommt nicht in Frage (wieso auch), die Fahrkarte wird bezahlt vom Amt.

      Anderes Beispiel: Ich komme heut aus der Drogerie raus, in der ich die Shampoo und Duschgel (beides die Drogeriemarke) geholt habe. Nebenan ist ne Boutique, etwas zu teuer für meinen Geschmack, das kann ich mir nicht leisten (Jeans 150 €, Shirt 65 €). Doch die junge Frau, die ich vor dem Eingang traf, ist arbeitslos. Sie hatte die Jeans und das Shirt gekauft, weil es soooo schick war. „Hey Xanni, guck mal, total cool“. Ja, klasse. Hoffentlich hat sie es noch rechtzeitig geschafft, ihren Sohn im Kindergarten (bezahlt vom Amt!) abzuholen.

      Verstehst du? Du warst arbeiten für das Geld! Hast deine ganzen Ausgaben bestritten! Ich geh mal davon aus, dass du – wenn du die Möglichkeit hast – wieder arbeiten gehen wirst. Aber es gibt genügend, die wollen gar nicht, die lachen noch über uns Doofe.

      Es mag jetzt schwerreich aussehen, dass wir uns ein Haus gebaut haben, aber das ist nicht so. Wir hatten die Alternative auf ne Mietwohnung. Bisher haben wir zu viert auf 63 qm gewohnt. Ne größere Wohnung haben wir gesucht, wir wollten nicht unbedingt die Last der Schulden auf uns nehmen und unser mühsam Erspartes der Bank an den Hals werfen. Also haben wir verglichen und durchgerechnet. Und uns entschieden.
      Das Grundstück haben wir geschenkt bekommen (sonst wäre der Plan in die Hose gegangen), der Kredit + Nebenkosten ist ähnlich der Kaltmiete, die wir für ne Wohnung von ca. 100 qm (90 qm würden uns mindestens zustehen laut Hartz IV) zahlen müssten bei uns und in 20 Jahren ist es unser Eigentum. Das Haus ist also unsere Altersvorsorge.

  5. Hey Xanni,

    Ich nehm das Du mal an – Irgendwie fällt mir das immer etwas schwer, ich bin halt doch noch deutlich jünger als die meisten und auf die Füße treten will ich niemandem. Also: Du. Hallo *g*

    Was du da schilderst kann ich gut nachvollziehen. Heute erst war ich Mittags in einem bekannten Problemviertel Deutschlands unterwegs und habe bei vielen Sachen nur den Kopf schütteln können. Die Kinder können ja nichtmal was dafür und es stimmt – wenn ich das nun bei meinem Freund oder bei mir mit der Ausbildung sehe: Arbeit lohnt sich momentan nicht. Er (mein Freund) hat sich irgendwo zurecht gefragt warum er sich jetzt wieder ein Jahr von der nächsten Zeitarbeitsfirma drangsalieren lässt, damit er ein Gehalt knapp über Hartz IV kriegt.

    Häufig sehe ich Familien die Hartz IV beziehen und sehe rasch, wo man bei der Finanzierung optimieren könnte, aber das merkt man im Trott wahrscheinlich einfach nicht mehr. Und dann sind da die von dir genannten Beispiele, die mir auch sauer aufstoßen. Das Geld sollte in die Kinder fliessen, hauptsächlich, und wenn es nur ist um ihnen Perspektiven zu eröffnen. Aber damit wären wir ja schon bei der nächsten Baustelle. (Unsere Landesprobleme kommen mir manchmal vor wie die Berliner Baustellenpolitik.)

    Worum es mir glaube ich ging war, dass ich häufiger Texte hören die den faden Beigeschmack des „Aber so schlimm ist es doch nicht“ haben. Ich glaube, dass viele Probleme von einer Perspektivlosigkeit herrühren. Wenn man MIT Arbeit schon kaum über die Runden kommt, wenn es der Familie MIT Arbeit schlechter geht (jüngst erst so einen Fall gesehen)…

    Ich kann also den Frust verstehen (und habe mich nach 14 Stunden Dienst auch durchaus schon so gefühlt, das ich dem nächsten Arbeitslosen mit Bierflasche selbige durchs Gesicht ziehen wollte *g*).

    Ja, bald soll es wieder losgehen mit Arbeit. Ich habe sog. „Leistung zur teilhabe am Arbeitsleben“ beantragt und darf nächsten Monat endlich zur Arbeitserprobung, um dann eine Ausbildung in einem geschützten Bereich zu machen (um mal unser Sozialsystem zu loben, so schlecht ist es nämlich gar nicht. Ich bin vom Krankenhaus aus in eine Spezialambulanz übernommen worden, wo ich multiprofessionell betreut werde, dort hilft mir ein großartiger Sozialarbeiter bei allem Amtskram und unterstützt mich in meinem Wunsch wieder arbeiten zu gehen, das Amt bemüht sich wirklich. Und zu guter Letzt komme ich in eine Einrichtung des Landes, wo ich im geschützten Rahmen eine reguläre Ausbildung machen kann und auch noch Freizeitangebote geniessen darf. Da möchte ich wirklich mal eine Lanze für unseren Staat brechen. Übrigens habe ich nur für den Krankenhausaufenthalt eine Pauschale zahlen müssen und sogar da noch wegen meines geringen Verdienstes einen geringenen Betrag gehabt. Das bisschen was ich an Steuern gezahlt habe, habe ich wohl schon 10fach wiederbekommen.)

    Ein eigenes Haus ist was Schönes. Meine Eltern haben ebenfalls eines (aber second hand gekauft 😉 ) und es ist immer wieder schön in _seins_ zurückzukommen.

    Leicht unzusammenhängende Grüße, weil spät,

    Silberaugen

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