Geschützt: Was sonst noch so war …

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Geschützt: Auf einer Skala von 1 bis 10 …

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Müde und leer …

… hab ich mich gestern nach der Beisetzung gefühlt. Keine Tränen mehr, keine Gedanken mehr, nichts.

Ich hatte vormittags den Strauß geholt und zu Hause noch ein wenig umgestaltet.

unser Grabstrauß

unser Grabstrauß

Dann gings in Schwarz zum Friedhof.  Kurze Besprechung noch mit dem Redner und die Gäste begrüßen. Ja, wir haben nicht nur in Familie Abschied genommen. Auch ihre besten Freunde waren mit dabei. Insgesamt waren wir 20 Personen, ein kleiner aber feiner Kreis. Dann haben wir uns in die Trauerhalle begeben. Der Redner hat sehr gut gesprochen. Hinter uns schluchzte die beste Freundin meiner Tante. Unsere Tochter drehte sich um, sah die Leute mit ihren Taschentüchern und nahm ihr Taschentuch, faltete es auseinander und wischte sich übers ganze Gesicht. Geweint hat sie nicht.

Unserem Großen ging es sehr nah. Ich glaube, jetzt hat er es erst begriffen, was passiert ist. Wir haben es ihm zwar im Urlaub erzählt und er wusste auch, dass er meine Tante nicht wieder sieht, aber so richtig aufgenommen hat er dies wohl nicht.

Naja, jetzt ist es überstanden. Das Leben geht weiter.

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Ein grauenvoller Tag …

… erwartet mich morgen. Die Urnenbeisetzung meiner Tante steht auf dem Programm. Es war nicht einfach, die richtige Mischung für die Trauergäste zu finden. Eigentlich wollten wir im engsten Familienkreis (10 Personen) ihr die letzte Ehre erweisen. So war es ihr Wunsch. Sie wollte immer ihre Ruhe, kein Tamtam. Massenansammlungen von Menschen waren nie ihr Ding.

Was macht man aber, wenn der etwas weitergehende Familienkreis, die Freunde, die Arbeitskollegen (sie ist nur 53 Jahre geworden), die Nachbarn und ehemaligen Klassenkameraden (zu den meisten hatte sie noch Verbindung) mitgehen möchten? Prinzipien brechen? Sich über ihren Wunsch hinwegsetzen?

Diese Entscheidung ist uns wirklich nicht leicht gefallen. Es gab viele Tränen deswegen. Angst habe ich sowieso, dass meine Oma oder auch meine Eltern zusammenbrechen.
Ich hab mittlerweile keine Ahnung mehr, wie viele Personen wir morgen sein werden. Sie war so beliebt, weil sie ein einfacher herzensguter Mensch war.

Ich hab im Blumengeschäft einen Strauß bestellt mit gelben, orangen und blauen Blumen. Farben, die sie am liebsten trug. Dazu eine blaue Schleife, die noch nicht ganz perfekt ist, wenn ich den Strauß abholen werde. Die anderen aus der Familie lassen die Gestecke gleich zum Friedhof liefern. Unser Strauß wird noch mit Muscheln verziert. Muscheln vom Strand ihres Lieblingsurlaubsortes (wir waren extra dort deswegen).

Sch… jetzt kullern bei mir schon wieder die Tränen.

Ich hab so eine Sch…angst vor morgen. Denkt bitte morgen ab 14.00 Uhr an mich. Ich werde jede Stütze brauchen können.

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Geschützt: Ach mir ist heut mal so und ich hab grad nix anderes vor

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Geschützt: Meinen Prinzipien untreu

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Geschützt: Vorbei

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Rosarote Nelken und das Leben geht weiter

Es ist überstanden. Nach unserer Nachtwache und ansonsten ner sehr nervenaufreibenden Woche hat meine Tante es heute Mittag geschafft. Es tut in der Seele weh, wenn man zusehen muss, wie ein geliebter Mensch sich auf seine letzten Tage quälen muss. Leberzirrhose, hervorgerufen durch 22 Jahre arbeiten in einer Giftabteilung (ohne Schutz … wie es eben zu DDR-Zeiten war) und mehrere Monate leben in einem Haus, in dem es nach Gas riecht, weil die Spezis damals beim Einbau irgendwo was nicht richtig verschraubt hatten. Alkohol war kaum im Spiel. Da saufen andere mehr.

Es gingen mir viel Gedanken bezüglich Sterbehilfe durch den Kopf. Für solche Fälle sollte es erlaubt werden.

Nun gut. Sie ist heut im Kreise der Familie eingeschlafen. Ihre Mama (meine Oma) und ihr Schwager (mein Vati) waren bei ihr, ihre Schwester (meine Mutti) in unmittelbarer Nähe, da sie grad mit meiner Sis telefonierte. Dann kam bei mir der Anruf: Sie ist gestorben. Ich bin sofort nach nebenan. Kein Puls, keine Augenreaktion mehr. Nix. Die Haut fahl. Es war eine Erlösung. Sie hat die letzte Woche kaum noch was zu sich genommen, reagierte schon auf nichts mehr, war nicht mehr ansprechbar, konnte nichts mehr schlucken, hatte Blasenkatheder liegen und bekam Morphium. Das ist doch kein Leben mehr.

Irgendwo bin ich total froh, dass mein Großer bereits im Urlaub ist. Er ist das Sensibelchen in der Familie, hat in den Ferien immer viel Zeit mit ihr verbracht. Wir werden es ihm erst sagen, wenn wir selbst im Urlaub sind, wenn ich ihn in den Arm nehmen kann. Verabschiedet hat er sich schon von ihr und auch selbst gesagt, dass er sie wahrscheinlich nicht wieder sehen wird. Soviel weiß er.

Die Kleine wollte heute unbedingt noch mal gucken nach meiner Tante. Auch wenn die anderen es nicht wollten, ich habe meiner Tochter den Wunsch erfüllt. Sie sagte nur: Sie freut sich, dass sie schlafen kann. Ja, genauso sah meine Tante aus heute Mittag. Nach den letzten Tagen, wo immer nur der Mund offen stand und sie gewimmert hat, sah sie friedlich aus und lächelte.

Während meine Eltern und meine Oma mehr oder weniger in Tränen aufgelöst waren, hab ich den Arzt angerufen und später auch die Pietät.

Geweint? Ja, hab ich erst, als die Herren der Pietät sie in den Sarg gelegt haben und wir uns verabschieden konnten. Ich konnte nur kurz hinsehen, dann bin ich raus. Das zweite Mal hab ich geweint, als das Auto den Hof verließ.

Auf ihre letzte Reise hab ich aus meinem Garten rosarote Nelken geholt und ihr ein Sträußchen gebunden, dass sie in den Händen hielt. Und ihre Lieblingsorchidee haben wir ihr mitgegeben. Nicht die ganze Pflanze, nur die Blüte.

Jetzt schreib ich hier und mir kullern zum dritten Mal heut die Tränen. Aber das ist es mir wert. Auch dass ich es hier aufschreiben kann.

PS: Ich bitte euch abzusehen von Beileidsbekundungen. Es ist so schon schwer. Sie wird mir fehlen, denn sie war wie eine 2. Mama für mich und für meine Kids wie eine Omi. Und doch geht das Leben weiter.

PPS: Es hat geholfen, der Miez den Bauch zu streicheln. Das hat mir viel Kraft gegeben.

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Geschützt: Schon wieder ein Jubiläum …

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Geschützt: Was mir sonst noch so auf der Seele liegt

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